Können in Hessen die Leute kein Auto fahren


Freier Text. Nur Gedanken eines rücksichtsvollen und vorrausschauenden Autofahrers mit ausgeprägtem Gefahrenbewusstsein und Sicherheitsabstandsbedarf.

Scheinbar ist das in Hessen anders

Hier gibt es andere Regeln. In Rheinland-Pfalz verbrachte ich 6 meiner (aktuell 2008) 7 Jahre mit KFZ-Führerschein und da ist mir solches Verhalten nicht unter gekommen. In Hessen, meinem 7. KFZ-Führschein-Jahr nun so oft dieses:

Dichtes Auffahren bei: Regen, schlechter Sicht, Nebel, Straßenglätte, Dunkelheit. Das habe ich alltäglich.
Pöbeleien. Wenn man auf schmaler Landstraße fährt, selbst vorsichtig unterwegs ist, der Hintermann hält die übliche 1,5 m Abstand. Einem kommt ein Bus in der engen Kurve entgegen. Man muss plötzlich stark bremsen. Der Hintermann auch. Da passierte es mir dann, dass mir 10 Minuten bis zu meinem Haus drängelnd und mit bösem Fernlicht nachgefahren worden ist. Ich wurde zur Rede gestellt, was mein unangebrachtes Bremsen wegen einer Gefahr doch sein sollte (um das mal freundlich auszudrücken). Der in meinen Augen arme Tropf ohne Intelligenz tat mir doch peinlich leid, da er sein Ego und seine Unvernunft so zur Schau stellen musste. Ich habe mich nicht mal mit ihm angelegt. Versuchte noch freundlich zu bleiben und gab ihm den Ratschlag in Zukunft etwas langsamer zu fahren und Abstand zum Vordermann zu halten.
Als Radfahrer angefahren wird. So mir selbst geschehen. Oma meinte mich auf der Mitte der Straße abbiegenden Radfahrer mal ebenso zu übersehen. Ich bin 1,75 groß, wiege mit Mountainbike und voller Ausrüstung ca. 100 Kilo. Habe feuerrote Bekleidung an und weiß was Handzeichen sind und wann man die nutzt. Übersehen kann man mich also nicht wirklich. Oma konnte das.
Drängeleien wenn man selbst 15 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fährt. Irgendwie unverständlich. Scheinbar fahre ich zu langsam. Oder können andere keine Zahlen verstehen?
30er Zonen die zum Ausfahren des Autos benutzt werden. 30 oder 50? Egal. Fahren wir 70 durchs Dörfli.
„Dies ist mein Parkplatz“-Gehabe. „Ich parke hier schon 20 Jahre (auf einer freien Straße versteht sich im Dorf – kein markierter Anwohnerplatz) – deswegen dürfen SIE hier nicht parken“. Die Logik versteh ich heute noch nicht. Ist das besetzen einer Straße eine Anwartschaftszeit für einen festen Parkplatz? Je länger ich auf der gleichen Stelle parke, desto automatischer gehört das Stück Gemeinde-Straße mir zum Abstellen des Autos? Nicht wirklich. Aber ich bin freundlicher Nachbar.
Um fahrenden KFZ-Chaoten weniger Beachtung zu schenken empfehle ich deswegen bei vereisten Scheiben die Heckscheibe in Hessen nicht eisfrei zu machen.
Vorteile: man sieht die Gesichter der Hintermänner nicht
Das Licht der Scheinwerfer stört weniger, da eh kein Abstand gehalten wird.
Es empfiehlt sich auch immer mit abgeblendetem Rückspiegel zu fahren. Man will ja nicht ständig die Pickel des Hintermanns im Rückspielen zählen wollen.
Merke: Ab 5 m Abstand sieht man keine Pickel mehr. Ergo: Muss der Hintermann weniger als 5 m Abstand halten.
Das stellt mir die Frage …

Können Hessen kein Auto fahren?

Gibt es zu wenig Strassen für die Chaoten in ihren Blechbüchsen?

Haben Hessen in der Schule 2 Stellige Zahlen im Zehner-Pack nicht gelernt? 30 – 50 – 70 – 100 ?

Nichts gegen Hessen an sich. Schließlich bin ich hier her gezogen. Aber die Anzahl der KFZ-Chaoten ist doch überproportional zu dem was ich in Rheinland-Pfalz erlebt habe. Und seitdem ich in Hessen wohne, fahre ich zudem weniger KM im Jahr als noch im alten Wohnort vor der Grenze.

Und ich pendele nicht im Berufsverkehr. Und ich fahre keine Hauptadern zur Arbeit. Oder ist es, dass Landstraßen, auf denen ich 95% meines Berufsweges fahren muss, einladend für KFZ-Chaoten sind?

Nur eines muss ich den Hessen lassen: Bremsen können die Fahrer. Kommt wohl daher, weil deren oftmals neues Speudo-Angeber-Auto zwar langt zum Drängeln, aber doch zu schade zum ‚Hintendraufknallen ist.

Deswegen die Frage an meine Leser:

Kommt mir das nur so vor?
Fahre ich zu sicherheitsbewusst?
Zu vorsichtig und aufmerksam? Zu vorausschauend?
Oder weiß ich, wie doch oftmals zu lang ein, Auto brauch bis es bei einer Vollbremsung aus Notsituation steht?
Auf Kommentare freue ich mich. Ihr könnt auch eure Notsituationen beschreiben.